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Ein Kosmetiketikett kann schön, minimalistisch, wissenschaftlich, grün, luxuriös und sehr überzeugend sein. Es kann Feuchtigkeit, Ausstrahlung, Reinheit, Regeneration, Wirkstoffe, Natürlichkeit, Sanftheit und professionelle Pflege versprechen.
Aber ein Etikett ist nicht nur ein schönes Design. Es ist eine Kombination aus Pflichtangaben, Zusammensetzung, Marketing-Claims, Symbolen, Icons, Zertifizierungen und dem Eindruck, den das Produkt erzeugen soll. Und genau hier lohnt es sich, den gesunden Menschenverstand einzuschalten.
Nicht alles Teure ist automatisch gut. Nicht alles Billige ist automatisch schlecht. Nicht jeder „Star“-Wirkstoff ist im Produkt in hoher Menge vorhanden. Und nicht jede grüne Verpackung bedeutet, dass Sie eine ökologische oder natürliche Kosmetik in der Hand halten.
Die gute Nachricht ist: Man kann lernen, ein Etikett zu lesen. Sie müssen nicht jede einzelne Komponente auswendig kennen. Es reicht zu wissen, wo man wichtige Informationen findet, worauf man achten sollte und bei welchen Begriffen man etwas aufmerksamer werden sollte.
Die Vorderseite der Verpackung soll Aufmerksamkeit erregen. Ihre Aufgabe ist es, Ihnen in wenigen Sekunden zu sagen, warum Sie sich für das Produkt interessieren sollten. Deshalb finden Sie dort häufig Aussagen wie:
Diese Aussagen müssen nicht schlecht sein. Das Problem entsteht dann, wenn sie stärker klingen, als es die tatsächliche Zusammensetzung des Produkts untermauert.
Die Rückseite des Etiketts ist weniger sexy, aber oft deutlich nützlicher. Dort finden Sie Ingredients, Warnhinweise, Haltbarkeit, den Hersteller oder die verantwortliche Person, die Chargennummer und weitere Angaben, die Ihnen helfen, das Produkt realistischer zu verstehen als der Slogan auf der Vorderseite.
Jedes in der EU in Verkehr gebrachte kosmetische Mittel muss bei normaler oder vernünftigerweise vorhersehbarer Verwendung sicher sein und eine fachkundige Sicherheitsbewertung haben. Das ist jedoch nicht dasselbe wie der Claim „dermatologisch getestet“.
Wenn eine Marke diesen Claim verwendet, sollte sie ihn durch relevante Tests oder Dokumentation belegen können. Gleichzeitig gilt, dass auch ein dermatologisch getestetes Produkt bei manchen Personen individuell nicht passt, insbesondere bei empfindlicher Haut, Allergien oder Unverträglichkeit bestimmter Inhaltsstoffe.
Wenn man „Etikett lesen“ sagt, stellen sich viele Menschen nur die Zutatenliste vor. Diese ist sehr wichtig, aber nicht die einzige Angabe, die es sich zu beachten lohnt. Auf dem Kosmetiketikett sollten Sie insbesondere Folgendes beachten:
Wenn eine dieser Angaben fehlt oder unklar wirkt, muss das nicht automatisch ein Problem bedeuten, aber es ist gut, aufmerksam zu werden.
Die Zutatenliste wird bei Kosmetika als Ingredients: angegeben und es folgt eine Liste der Bestandteile nach dem INCI-System oder der gemeinsamen Nomenklatur der Inhaltsstoffe, die zur Kennzeichnung kosmetischer Mittel verwendet wird.
INCI zeigt nicht die genauen Prozentsätze aller Inhaltsstoffe. Es zeigt jedoch deren Reihenfolge nach ihrem Anteil im Produkt zum Zeitpunkt des Einbringens in die Rezeptur.
Die ersten Bestandteile machen in der Regel den größten Teil des Produkts aus. Inhaltsstoffe unter 1 % können in beliebiger Reihenfolge nach den Inhaltsstoffen über 1 % angegeben werden. Das bedeutet, dass INCI eine gute Orientierungskarte ist, aber kein exakter Prozentrechner.
Praktisch:
Dies ist einer der wichtigsten Punkte beim Lesen von Kosmetika.
Wenn auf der Verpackung steht „mit Hyaluronsäure“, „mit Niacinamid“, „mit Aloe vera“ oder „mit Arganöl“, bedeutet das nicht automatisch, dass es sich um eine hohe Menge des jeweiligen Wirkstoffs handelt. Es bedeutet, dass der Inhaltsstoff im Produkt enthalten ist und der Hersteller ihn für die Produktkommunikation als wichtig erachtet.
Ohne Angabe des Prozentsatzes wissen Sie jedoch nicht genau, wie viel davon tatsächlich im Produkt enthalten ist. Ein Star-Inhaltsstoff kann einen bedeutenden Teil der Rezeptur darstellen, aber er kann auch in geringerer Menge als unterstützender, sensorischer oder marketingrelevanter Stoff verwendet werden.
Gleichzeitig sollte man INCI nicht zu vereinfacht lesen. Nicht jeder Wirkstoff muss in einem Produkt in hoher Menge vorhanden sein, um sinnvoll zu sein. Manche Stoffe werden gerade in niedrigen Konzentrationen eingesetzt, weil sie so am besten wirken, vom Rohstoffhersteller so empfohlen werden oder bereits bei geringer Dosierung einen ausgeprägten Einfluss haben.
Ein gutes Beispiel ist Hyaluronsäure. In der Kosmetik wird sie häufig in relativ niedrigen Konzentrationen eingesetzt, kann aber dennoch die Hydratation, das Hautgefühl und selbst die Viskosität des Produkts deutlich beeinflussen.
Betrachten Sie Claims auf der Vorderseite der Verpackung als Einladung, nicht als vollständigen Wirksamkeitsbeweis.
Wenn ein Produkt zum Beispiel Hyaluronsäure, Aloe vera, Vitamin E, Peptide, Ceramide oder Pflanzenextrakte kommuniziert, sollten Sie auch den weiteren Kontext betrachten:
Es ist nicht nötig, jedem Claim mit Misstrauen zu begegnen. Es ist jedoch gut, ihn nicht für die ganze Geschichte des Produkts zu halten.
Die Vorderseite der Verpackung sagt Ihnen, was die Marke hervorheben möchte. Die Zusammensetzung, die Art der Anwendung und die Gesamtkommunikation der Marke helfen Ihnen zu verstehen, ob das sinnvoll ist.
Wenn ein Inhaltsstoff gegen Ende der Ingredients-Liste steht, bedeutet das oft, dass er in geringerer Menge im Produkt enthalten ist. Das heißt jedoch nicht automatisch, dass er bedeutungslos ist.
Viele Wirkstoffe, Konservierungsstoffe, Antioxidantien, Duftstoffe oder technologisch wichtige Stoffe werden in geringen Konzentrationen eingesetzt. Einige können Stabilität, Geruch, Textur, pH-Wert, Viskosität oder das Gesamtempfinden des Produkts auch bei niedriger Dosierung beeinflussen.
INCI ist ein hervorragendes Hilfsmittel zur Orientierung, aber kein vollständiges Formulierungsprotokoll. Deshalb ist es gut, das Etikett kritisch, aber nicht vereinfachend zu lesen.
Wirkstoffe sind wichtig, aber sie allein machen kein gutes Produkt. Es kommt auf ihre Konzentration, Form, Stabilität, den pH-Wert, die Kompatibilität mit anderen Inhaltsstoffen, den Verpackungstyp und die Gesamtformulierung an.
Bei Kosmetik reicht es nämlich nicht aus, einfach „einen Wirkstoff hinzuzufügen“. Wichtig ist auch, ob er in einer sinnvollen Menge eingesetzt wird, ob er während der Verwendung stabil bleibt und ob die Formulierung ihn dorthin transportieren kann, wo er wirken soll. Die Haut ist kein offenes Tor und ein Wirkstoff gelangt nicht nur deshalb an seinen Zielort, weil er auf dem Etikett steht.
Deshalb ist das gesamte System der Rezeptur wichtig: geeignete wässrige oder ölige Phase, richtiger pH-Wert, Emulgator, Lösungsmittel, Humektantien, Stabilisatoren, Konservierung, Textur und Verpackungstyp. All diese Faktoren können darüber entscheiden, ob ein Wirkstoff im Produkt tatsächlich funktioniert oder nur ein schönes Wort in der Marketingkommunikation ist.
Ein gutes Produkt ist nicht nur eine Liste trendiger Wirkstoffe. Ein gutes Produkt ist eine durchdachte Rezeptur, in der die Bestandteile zusammen Sinn ergeben.
Ein Produkt mit einem einzigen gut gewählten Wirkstoff in der richtigen Form und einer gut abgestimmten Formulierung kann besser sein als ein Produkt, das auf dem Etikett eine lange Liste moderner Ingredients aufführt, aber jede davon nur in symbolischer oder ungeeignet eingearbeiteter Menge. Sie können sich auch unser Angebot an Wirkstoffen und deren Beschreibungen ansehen.
Bei Kosmetik lohnt es sich, den gesunden Menschenverstand zu verwenden.
Ein hoher Preis bedeutet an sich nicht, dass das Produkt automatisch hochwertiger, wirksamer oder besser formuliert ist. Manchmal bezahlen Sie für Entwicklung, hochwertige Rohstoffe, Tests und eine gute Verpackung. Manchmal macht jedoch auch die Marke, das Marketing, der Vertrieb, die Werbung oder der luxuriöse Eindruck der Verpackung einen großen Teil des Preises aus.
Ebenso gilt das entgegengesetzte Extrem. Wenn ein sehr günstiges Produkt eine lange Liste von Wirkstoffen, exotischen Extrakten, Vitaminen, Peptiden, Säuren und Ölen gleichzeitig verspricht, ist es gut, das Etikett realistisch zu lesen. Das bedeutet nicht automatisch, dass das Produkt schlecht ist, aber es ist möglich, dass mehrere dieser Inhaltsstoffe nur in niedrigen oder Spurenmengen vorhanden sind.
Ein gutes Produkt muss nicht das teuerste sein. Und ein billiges Produkt muss nicht automatisch schlecht sein. Entscheidend ist, ob die Formulierung Sinn ergibt, ob die Marke angemessen kommuniziert und ob die Claims auf der Verpackung dem entsprechen, was sich aus der Zusammensetzung ablesen lässt.
Stellen Sie sich praktisch diese Fragen:
Gute Kosmetik muss nicht laut schreien. Oft genügt es, wenn sie eine durchdachte Basis, eine angemessene Menge wirksamer Stoffe, eine stabile Formulierung und eine faire Kommunikation ohne große Versprechen hat, die die Zusammensetzung nicht tragen kann.
Einige Worte auf Kosmetik klingen gut. Das Problem ist, dass sie ohne Kontext oft nicht genug aussagen.
Einige sind reguliert, einige müssen belegt werden, einige sind eher eine Marketingabkürzung. Deshalb lohnt es sich zu fragen: Was genau meint die Marke damit? Lässt es sich überprüfen? Hängt es mit der Zusammensetzung zusammen oder nur mit dem Eindruck der Verpackung?
Beispiele:
Bei fairer Kosmetik sollte die Lücke zwischen Marketing und Realität so klein wie möglich sein.
Auf der Verpackung können Sie verschiedene Zeichen und Symbole finden. Einige sind nur grafische Elemente des Herstellers, andere stehen für unabhängige Zertifizierungen.
Zu den bekannten Zertifizierungssystemen in der Kosmetik gehören zum Beispiel COSMOS, Ecocert, das EU Ecolabel oder Leaping Bunny.
Marke oder Produkt wurden gemäß den Regeln der jeweiligen Organisation geprüft.
Kann zutreffend sein, ist aber nicht automatisch eine unabhängige Überprüfung.
Kann vertrauenswürdig wirken, muss aber keinen realen Zertifizierungswert haben.
Auf der Verpackung finden Sie oft mehrere Zeichen nebeneinander, die auf den ersten Blick gleich vertrauenswürdig wirken. Der Unterschied liegt darin, wer dahintersteht. Einen wirklichen Wert hat nur das Symbol, das auf eine unabhängige Zertifizierung mit klaren Regeln verweist.
Wenn Sie beim Zeichen weder den Namen der Organisation noch eine Erklärung finden, was genau geprüft wird, betrachten Sie es nur als grafisches Element. Ein hübsches Symbol garantiert für sich genommen nichts.
Wenn eine Marke eigene Icons wie „vegan“, „natural“, „eco“, „clean“ oder „planet friendly“ verwendet, sollte sie erklären können, was sie genau bedeuten und auf welcher Grundlage sie verwendet werden.
BIO- oder Organic-Kosmetik sollte nicht nur eine Frage einer grünen Verpackung, einer Pflanzenillustration oder eines schönen Namens sein.
Wenn ein Produkt die zertifizierte Bezeichnung COSMOS Organic trägt, muss es die Regeln des jeweiligen Zertifizierungssystems erfüllen und geprüft worden sein.
Für Verbraucher ist eine einfache Faustregel praktisch:
Duft kann in der Zutatenliste als Parfum oder Aroma angegeben sein.
Der Hersteller kann entscheiden, ob er die Duftkomposition allgemein oder detaillierter angibt. Verpflichtende Allergene müssen jedoch einzeln angegeben werden, wenn sie die gesetzlich festgelegten Grenzwerte überschreiten.
Allergene bedeuten nicht automatisch, dass das Produkt schlecht ist. Sie bedeuten, dass es Stoffe enthält, die für Menschen mit Empfindlichkeit oder Allergie wichtig sein können.
Wichtig ist auch, dass Allergene aus natürlichen Inhaltsstoffen stammen können. Ein ätherisches Öl kann natürlich sein, aber dennoch Allergene enthalten. Natürlicher Ursprung bedeutet also nicht automatisch ein Nullrisiko für Irritationen.
Beispiele für Duftallergene, die Sie in der Zutatenliste finden können:
Wenn Sie empfindliche Haut oder bekannte Allergien gegen Duftstoffe haben, lohnt es sich, Parfümierung und Allergene genauer zu beobachten. Duftkompositionen können Dutzende verschiedener Stoffe enthalten und einige davon gehören zu den regulierten Allergenen, die bei bestimmten Konzentrationen separat in der Ingredients-Liste angegeben werden müssen. Das bloße Vorhandensein eines Allergens bedeutet jedoch nicht automatisch ein Problem oder ein ungeeignetes Produkt. Wichtig ist, die eigene Empfindlichkeit zu kennen und darauf zu achten, auf welche Inhaltsstoffe gerade Ihre Haut reagiert. Durch regelmäßiges Lesen von Etiketten können Sie mit der Zeit sich wiederholende Stoffe erkennen, die Ihnen guttun oder im Gegenteil Reizungen verursachen. So können Sie informierter entscheiden und Produkte auswählen, die besser zu den Bedürfnissen Ihrer Haut passen.
Farbstoffe werden in der Zutatenliste nicht als „rosa Farbstoff“, „blaue Farbe“ oder „rotes Pigment“ angegeben. Gleichzeitig wird bei ihnen nicht der übliche INCI-Name im Stil botanischer oder funktioneller Inhaltsstoffe verwendet.
Bei kosmetischen Farbstoffen wird die Kennzeichnung mittels CI-Nummer, also Colour-Index-Nummer, verwendet. Genau diese CI-Nummer dient als standardisierte Bezeichnung des Farbstoffs in der Ingredients-Liste.
Bei Mica-Farbtönen wird häufig nicht nur CI 77019 angegeben, da ein bestimmter Farbton auch weitere Pigmente enthalten kann, zum Beispiel CI 77891, CI 77491, CI 77492 oder CI 77499. Deshalb muss man immer von der technischen Dokumentation des jeweiligen Farbstoffs ausgehen.
Bei dekorativer Kosmetik, die es in mehreren Farbtönen gibt, kann auch die Kennzeichnung may contain oder +/- verwendet werden, sofern dies dem jeweiligen Produkt und seiner Zusammensetzung entspricht.
Auf dem Etikett lohnt es sich auch, die Angabe zur Haltbarkeit zu beachten.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird bei Produkten verwendet, die eine Mindesthaltbarkeit von 30 Monaten oder weniger haben.
Bei Produkten mit längerer Haltbarkeit wird in der Regel das PAO-Symbol verwendet, also das Symbol eines geöffneten Tiegels mit der Angabe, wie lange das Produkt nach dem Öffnen verwendet werden kann. Sie können zum Beispiel Folgendes sehen:
Das bedeutet 6, 12 oder 24 Monate nach dem Öffnen.
Der Nenninhalt gibt an, wie viel Produkt sich zum Zeitpunkt der Abfüllung in der Verpackung befindet. Am häufigsten wird er in Millilitern oder Gramm angegeben. Beispiele:
Für Verbraucher ist wichtig zu wissen, dass der Nenninhalt nicht die „Größe der Verpackung“ oder der Eindruck davon ist, wie voll die Flasche aussieht.
Manche Verpackungen können größer wirken, als der tatsächliche Inhalt des Produkts ist. Daher lohnt es sich, auf die Zahl zu achten, nicht nur auf Form oder Größe der Verpackung.
Bei Kosmetik ist es sinnvoll, Marken zu wählen, die auffindbar sind, klar kommunizieren und ein gewisses Maß an Vertrauen genießen.
Es muss sich nicht nur um große internationale Marken handeln. Eine bekannte und geprüfte Marke kann auch ein lokaler Hersteller sein, der eine transparente Zusammensetzung, klare Kontaktdaten, gute Kommunikation und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Produktion hat.
Eine geprüfte Marke sollte grundlegende Fragen beantworten können:
Lokale Marken haben oft einen engeren Kontakt zum Kunden und können konkreter kommunizieren.
Sie müssen nicht die gleichen Konzernkosten tragen wie große globale Marken, zum Beispiel große Werbekampagnen, mehrstufige Vertriebsnetze, international skalierte Verpackungen oder massive Marketingbudgets.
Das kann bedeuten, dass eine kleinere Marke in ein einzelnes Produkt eine interessante Menge hochwertiger Inhaltsstoffe oder mehr funktionelle Wirkstoffe einbringen kann, ohne einen großen Teil des Preises in den Konzernapparat zu verlagern.
Natürlich gilt das nicht automatisch für jede lokale Marke. Auch hier sollte man das Etikett lesen, auf die Zusammensetzung achten und beobachten, wie die Marke kommuniziert.
Lokaler Einkauf hat auch eine größere Bedeutung. Er unterstützt den heimischen Markt, das unternehmerische Umfeld, das Handwerk, kleinere Marken und Menschen, die oft persönlich hinter dem Produkt stehen.
Bei einer guten lokalen Marke kaufen Sie nicht nur eine Creme, ein Serum oder eine Seife. Sie unterstützen auch eine transparentere Beziehung zwischen Hersteller und Kunde.
Eine faire Marke muss nicht am lautesten schreien. Sie kommuniziert eher klar, fachlich und ohne unnötige Angstmacherei.
Eine faire Marke:
Beim Einkauf müssen Sie keine Laboranalyse durchführen. Eine schnelle Orientierung reicht.
Ein Etikett ist kein Feind. Es ist die Karte des Produkts. Es muss Ihnen nicht alles verraten, kann aber viel preisgeben.
Aus der INCI-Liste lesen Sie nicht die genauen Prozentsätze aller Wirkstoffe ab, aber Sie erkennen, welche Inhaltsstoffe die Basis des Produkts bilden. Aus den Claims erfahren Sie nicht die ganze Wahrheit, aber Sie können sie mit der Zusammensetzung vergleichen. Aus Zertifizierungen können Sie abschätzen, ob es sich um einen unabhängig geprüften Standard oder nur um ein hübsches Icon handelt. Aus den Herstellerangaben erkennen Sie, ob hinter dem Produkt eine auffindbare Marke steht.
Ziel ist es nicht, vor jedem Inhaltsstoff Angst zu haben. Ziel ist es, nicht jedem hübschen Wort auf den Leim zu gehen.
Gute Kosmetik muss kein lautestes Marketing haben. Oft genügt es, wenn sie eine sinnvolle Zusammensetzung, eine klare Anwendung, angemessene Claims und ein Etikett hat, das den Kunden nicht hinters Licht führt.
Die häufigsten praktischen Fragen zum Lesen von Kosmetiketiketten – von INCI über Parfümierung und Allergene bis hin zu PAO und Marketing-Claims.
Am wichtigsten ist es zu beachten, was das Produkt ist, wer dafür verantwortlich ist, welche Zusammensetzung es hat, wie es verwendet wird, welche Haltbarkeit es hat und ob es Parfümierung oder Allergene enthält, die für Sie relevant sein können.
Nein. INCI zeigt die Reihenfolge der Inhaltsstoffe nach ihrem Anteil, gibt aber nicht die genauen Prozentsätze aller Stoffe an. Bei Inhaltsstoffen unter 1 % kann die Reihenfolge freier sein, daher sollte man INCI als Orientierungshilfe und nicht als exaktes Rezept lesen.
Nicht immer. Ein Inhaltsstoff am Ende der Liste ist oft in niedriger Konzentration vorhanden, aber das bedeutet nicht automatisch, dass er bedeutungslos ist. Manche Wirkstoffe, Konservierungsmittel, Antioxidantien oder technologische Hilfsstoffe funktionieren gerade in kleinen Mengen.
Nicht automatisch. Natürlicher Ursprung kann ein Vorteil sein, sagt aber für sich genommen nichts über Wirksamkeit, Stabilität, Sicherheit oder Eignung für eine bestimmte Haut aus. Wichtig ist die gesamte Formulierung.
Parfum bezeichnet eine Duftkomposition. Je nach Zusammensetzung kann es sich um einen synthetischen, natürlichen oder kombinierten Duft handeln. Wenn sie regulierte Duftallergene über festgelegten Grenzwerten enthält, müssen diese separat in der Zutatenliste angegeben werden.
Nicht automatisch. Allergene sind vor allem für Menschen wichtig, die empfindlich sind oder eine bekannte Allergie haben. Sie können auch aus natürlichen ätherischen Ölen oder Pflanzenextrakten stammen.
Das PAO-Symbol 12M bedeutet, dass das Produkt innerhalb von 12 Monaten nach dem Öffnen aufgebraucht werden sollte. Wenn sich jedoch Geruch, Farbe, Konsistenz ändern oder das Produkt kontaminiert wird, sollten Sie es auch vor Ablauf dieser Frist nicht verwenden.
Seien Sie aufmerksam bei allgemeinen Begriffen wie eco, natural, clean, toxin-free oder sustainable, wenn die Marke nicht erklärt, was sie genau damit meint. Faire Claims sollten konkret, überprüfbar und angemessen sein.
Lokale Kosmetik kann eine sehr gute Wahl sein, wenn die Marke transparent, verantwortungsvoll ist und ihre Zusammensetzung erklären kann. Lokaler Einkauf unterstützt zudem den heimischen Markt und kleinere Unternehmen. Dennoch gilt weiterhin, dass man Etiketten lesen und auf die konkrete Zusammensetzung achten sollte.
Schauen Sie auf den Produkttyp, die ersten paar Inhaltsstoffe der INCI, die Parfümierung, Allergene, Haltbarkeit, Warnhinweise und die verantwortliche Person. Vergleichen Sie anschließend die wichtigsten Marketingaussagen mit dem, was Sie tatsächlich in der Zusammensetzung sehen.
Wenn Sie Etiketten lesen können, wissen Sie auch, was in einer eigenen Rezeptur sinnvoll ist. Sehen Sie sich unsere Wirkstoffe und deren Beschreibungen an – mit genauer Zusammensetzung, Dosierung und Erklärung, wofür sie geeignet sind.