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Stellen Sie Kosmetik her? So kennzeichnen Sie sie richtig gemäß den Vorschriften

Stellen Sie Kosmetika her? Wissen Sie, wie Sie sie richtig kennzeichnen?
In diesem Artikel
  1. Warum das Etikett nicht nur Design ist
  2. Was ein Etikett für ein kosmetisches Mittel enthalten muss
  3. Wussten Sie, dass?
  4. Nenninhalt: wie viel Produkt in der Verpackung ist
  5. Ingredients: wie die Zusammensetzung richtig anzugeben ist
  6. INCI ist keine Übersetzung des Rohstoffs
  7. Farbmittel werden als CI-Nummern angegeben
  8. Parfum, Aroma und Allergene
  9. % NOI: was der Anteil natürlichen Ursprungs bedeutet
  10. Symbole und Logos auf dem Etikett: Leaping Bunny, Ecocert, COSMOS und weitere
  11. Wann Kosmetik als BIO gekennzeichnet werden kann
  12. Zertifizierung ist nicht dasselbe wie ein eigenes Icon
  13. Kann ein QR-Code Pflichtangaben ersetzen?
  14. Die häufigsten Fehler bei der Kennzeichnung von Kosmetik
  15. Checkliste vor dem Druck des Etiketts
  16. Fazit
  17. Häufig gestellte Fragen

Die Kennzeichnung von Kosmetika schützt den Verbraucher, gibt dem Hersteller Rechtssicherheit und stärkt die Glaubwürdigkeit der Marke. Schauen wir uns an, was auf dem Etikett verpflichtend angegeben sein muss, welche Regeln in der EU gelten und welche Fehler in der Praxis am häufigsten auftreten.

Bei der Herstellung von Kosmetika reicht es nicht aus, eine gute Rezeptur, eine schöne Verpackung und einen angenehmen Duft zu haben. Wenn Sie ein kosmetisches Mittel in Verkehr bringen möchten, muss es gemäß der geltenden europäischen Gesetzgebung korrekt gekennzeichnet sein.

Das Etikett ist nicht nur ein Designelement. Es ist ein wichtiger Bestandteil der gesetzlichen Verantwortung, der Sicherheit und der Glaubwürdigkeit des Produkts.

Der Verbraucher sucht darauf nach der Zusammensetzung, dem Haltbarkeitsdatum und dem Namen der für das Produkt verantwortlichen Person. Die Kontrollbehörden prüfen wiederum, ob das Produkt alle EU-Vorschriften erfüllt — und hier erlebt die Marke den ersten Moment, in dem die gesetzliche Pflicht auf den visuellen Ersteindruck trifft.

Für den Hersteller ist das Etikett ein kleiner, aber sehr wichtiger Raum. Es muss dem Kunden klar sagen, was das Produkt ist, wie es verwendet wird, wer dafür verantwortlich ist, welche Zusammensetzung es hat, bis wann seine Verwendung sicher ist und worauf zu achten ist.

In der Europäischen Union wird die Kennzeichnung kosmetischer Mittel insbesondere durch die Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates über kosmetische Mittel geregelt. Artikel 19 legt fest, welche Angaben auf dem Behältnis und der Verpackung eines kosmetischen Mittels erscheinen müssen; diese Angaben müssen unlöschbar, leicht lesbar und sichtbar sein. Die Liste der Bestandteile ist anhand der gemeinsamen Bezeichnungen der Bestandteile aus dem Glossar nach Artikel 33 anzugeben; existiert keine gemeinsame Bezeichnung, ist ein Begriff aus einer allgemein anerkannten Nomenklatur zu verwenden.

Kennzeichnung kosmetischer Mittel gemäß der EU-Verordnung 1223/2009

Warum das Etikett nicht nur Design ist

Das Etikett muss gut aussehen, aber in erster Linie muss es richtig funktionieren. Es muss mit der Rezeptur, der Sicherheitsbewertung, der Produktdokumentation und den Anforderungen des Marktes, auf dem das Produkt verkauft wird, im Einklang stehen.

Etikett eines kosmetischen Mittels mit den Pflichtangaben
„Ein gutes Etikett muss wahrheitsgetreu, lesbar, unlöschbar, sichtbar, verständlich und sowohl mit der Zusammensetzung des Produkts als auch mit der Kosmetikgesetzgebung vereinbar sein.“

Was ein Etikett für ein kosmetisches Mittel enthalten muss

Ein korrekt gekennzeichnetes kosmetisches Mittel muss mehrere Pflichtangaben enthalten. Einige Angaben helfen dem Verbraucher bei der Anwendung, andere sind für die Rückverfolgbarkeit, Sicherheit und Kontrolle des Produkts wichtig.

Pflichtangabe Was der Hersteller sicherstellen muss Praktischer Hinweis Beispiel auf dem Etikett
Name oder Funktion des Produkts Es muss klar sein, um welches Produkt es sich handelt. Wenn dies aus der Aufmachung des Produkts nicht hervorgeht, ist die Funktion anzugeben. Feuchtigkeitsspendende Gesichtscreme, Mildes Shampoo, Körperpeeling, Gesichtsserum
Name oder Firma und Anschrift der verantwortlichen Person Die für das Produkt verantwortliche Rechtsperson muss angegeben werden. Bei Produkten auf dem EU-Markt muss sich die verantwortliche Person in der EU befinden. Hersteller / verantwortliche Person: Firmenname, Straße, PLZ, Land
Nenninhalt Die Menge des Produkts zum Zeitpunkt der Abfüllung ist anzugeben. Am häufigsten in ml oder g. 50 ml, 100 ml, 30 g, 250 g
Mindesthaltbarkeitsdatum oder PAO Der Hersteller muss die richtige Angabe entsprechend der Haltbarkeit des Produkts festlegen. Datum bei einer Haltbarkeit von 30 Monaten oder weniger, PAO bei längerer Haltbarkeit, sofern relevant. Mindestens haltbar bis: 05/2027, 6M, 12M, 24M
Besondere Vorsichtsmaßnahmen bei der Anwendung Sie müssen angegeben werden, wenn sie erforderlich oder vorgeschrieben sind. Abhängig von Produkttyp, Zusammensetzung und Art der Anwendung. Nur zur äußeren Anwendung. Kontakt mit den Augen vermeiden. Außer Reichweite von Kindern aufbewahren. Nicht auf gereizter Haut anwenden.
Chargennummer oder Bezugskennzeichnung Sie muss die Rückverfolgbarkeit des Produkts ermöglichen. Wichtig bei Reklamationen, Kontrollen oder Sicherheitsproblemen. Charge: 240501, Batch No.: HM0524, Lot: A125
Ingredients Liste der Bestandteile gemäß INCI oder gemeinsamer Nomenklatur der Bestandteile. Wird im Format Ingredients: angegeben. Ingredients: Aqua, Glycerin, Cetearyl Alcohol, Prunus Amygdalus Dulcis Oil, Parfum, Tocopherol.
Allergene Sie müssen angegeben werden, wenn sie die festgelegten Grenzwerte überschreiten. Allergene können auch aus ätherischen Ölen, Duftkompositionen oder Extrakten stammen. Linalool, Limonene, Citral, Geraniol, Citronellol, Coumarin, Eugenol

Wussten Sie, dass?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird verwendet, wenn ein kosmetisches Mittel eine Mindesthaltbarkeit von 30 Monaten oder weniger hat.

Bei Produkten mit längerer Haltbarkeit wird in der Regel ein PAO-Symbol angegeben, also der Zeitraum der Verwendbarkeit nach dem Öffnen, zum Beispiel 6M, 12M oder 24M, sofern diese Angabe für den betreffenden Produkttyp relevant ist.

Nenninhalt: wie viel Produkt in der Verpackung ist

Der Nenninhalt ist die Menge des Produkts zum Zeitpunkt der Abfüllung. Bei Kosmetika wird er meist in Millilitern oder Gramm angegeben.

Beispiele:

  • 30 ml
  • 50 g
  • 100 ml
  • 250 ml

Bei sehr kleinen Verpackungen, Einmalprodukten oder kostenlosen Mustern muss der Nenninhalt nicht immer angegeben werden. Der Hersteller sollte jedoch zwischen der praktischen Füllmenge und der gesetzlichen Kennzeichnung unterscheiden.

Hinweis für den Hersteller

Prüfen Sie bei der Dosierung von Produkten die technischen Toleranzen und die Vorschriften zur Mengenüberwachung. Für Fertigpackungen werden sie in der EU insbesondere durch die Richtlinie 76/211/EWG des Rates geregelt, die zulässige negative Abweichungen in Abhängigkeit vom Nenninhalt des Produkts festlegt.

Für den Hersteller ergibt sich daraus eine einfache Regel: Der Nenninhalt darf weder eine geschätzte Menge noch „bis zum Rand gefüllt“ sein. Es handelt sich um eine exakt deklarierte Angabe, die auf dem tatsächlichen Abfüllprozess beruhen und der auf dem Etikett angegebenen Produktmenge entsprechen muss.

Ingredients: wie die Zusammensetzung richtig anzugeben ist

Die Liste der Bestandteile eines kosmetischen Mittels wird in folgendem Format angegeben:

Ingredients: Aqua, Glycerin, Prunus Amygdalus Dulcis Oil, Cetearyl Alcohol, Parfum, Tocopherol, Linalool, Limonene.

Das Wort Ingredients: ist wichtig und wird nicht übersetzt, es hat in allen Sprachen die gleiche Form. Es folgt eine Liste der Bestandteile gemäß dem System INCI, also der International Nomenclature of Cosmetic Ingredients, bzw. der gemeinsamen Bezeichnungen der Bestandteile, die für die Kennzeichnung kosmetischer Mittel verwendet werden.

Die Bestandteile werden nach ihrem Gesamtanteil im Produkt zum Zeitpunkt der Zugabe zur Rezeptur angegeben. Bestandteile mit höherem Gehalt stehen am Anfang der Liste. Bestandteile mit einer Konzentration von weniger als 1 % können in beliebiger Reihenfolge nach den Bestandteilen mit einer Konzentration von mehr als 1 % aufgeführt werden.

Tipp für Formulierer

Beim Berechnen der Zusammensetzung reicht es nicht immer aus, nur den Handelsnamen des Rohstoffs als Ganzes zu betrachten. Viele kosmetische Rohstoffe sind Mischungen mehrerer Stoffe, und bei der Erstellung der Ingredients-Liste ist es notwendig, mit ihren einzelnen INCI-Bestandteilen zu arbeiten.

Typische Beispiele sind Konservierungssysteme, Solubilisatoren, Emulgatoren, pflanzliche Extrakte in einem Träger, Wirkstoffkomplexe oder kommerzielle Mischungen, die mehrere INCI-Bestandteile enthalten. Wird ein solcher Rohstoff in der Rezeptur eingesetzt, wird in der endgültigen Ingredients-Liste nicht sein Handelsname angegeben, sondern die einzelnen INCI-Bestandteile gemäß den Kennzeichnungsregeln.

Für die korrekte Reihenfolge der Bestandteile ist es daher notwendig, nicht nur die Dosierung des Rohstoffs in der Rezeptur, sondern auch seine innere Zusammensetzung zu kennen. Der Hersteller sollte sich auf die technische Dokumentation des Lieferanten stützen, insbesondere auf die Spezifikation, das technische Datenblatt, die INCI-Aufschlüsselung und verfügbare Informationen über den Anteil der einzelnen Bestandteile im Rohstoff.

Praktisch bedeutet dies, dass, wenn Sie zum Beispiel 3 % einer kommerziellen Mischung verwenden, die aus mehreren INCI-Bestandteilen besteht, jeder dieser Bestandteile einen anderen tatsächlichen Anteil im Endprodukt haben kann. Dieser Anteil ist anschließend wichtig für die korrekte Erstellung und Reihenfolge der Ingredients-Liste.

Gleichzeitig gilt, dass nicht alle in der technischen Dokumentation eines Rohstoffs aufgeführten Stoffe automatisch auf dem Etikett angegeben werden müssen. Verunreinigungen in Rohstoffen und technische Hilfsstoffe, die im Endprodukt nicht vorhanden sind, gelten nach Artikel 19 der Verordnung 1223/2009 nicht als Bestandteile. In Grenzfällen ist es daher sinnvoll, sich auf die Dokumentation des Lieferanten und die Beurteilung der für das Inverkehrbringen des Produkts verantwortlichen Person zu stützen.

Ingredients-Liste auf dem Etikett eines kosmetischen Mittels — INCI-Bestandteile gemäß der Verordnung 1223/2009

INCI ist keine Übersetzung des Rohstoffs

Der INCI-Name ist kein Marketingname, kein deutscher Name und keine englische Übersetzung. Es handelt sich um eine standardisierte Nomenklatur, die es ermöglicht, denselben Bestandteil in verschiedenen Ländern und Sprachen zu identifizieren.

Bei pflanzlichen Rohstoffen leitet sich der INCI-Name oft vom botanischen, also lateinischen Namen der Pflanze ab. Daher wird zum Beispiel Mandelöl in der Liste Ingredients nicht als Almond Oil, sondern als Prunus Amygdalus Dulcis Oil angegeben. Wichtig ist auch der konkret verwendete Pflanzenteil und die Form des Rohstoffs.

Oil
Öl aus der Pflanze ohne nähere Spezifizierung des Pflanzenteils.
Seed Oil
Öl, das aus den Samen der Pflanze gewonnen wird.
Leaf Juice
Saft, der aus den Blättern der Pflanze gewonnen wird.
Flower Water
Blütenwasser, häufig ein Hydrolat aus der Destillation von Blüten.
Extract
Extrakt aus der Pflanze, der mit verschiedenen Methoden gewonnen wird.
Butter
Pflanzenbutter mit fester Konsistenz bei Raumtemperatur.

Es ist sinnvoll, die korrekten Bezeichnungen in der Datenbank CosIng oder im aktuellen Glossar der gemeinsamen Bezeichnungen der Bestandteile der Europäischen Kommission zu überprüfen. CosIng ermöglicht die Suche nach Stoffnamen gemäß der Kosmetikverordnung, nach Bezeichnungen von Inhaltsstoffen für Kennzeichnungszwecke sowie nach CAS- und EG-Nummern. Die Datenbank unterscheidet außerdem aktuelle Einträge, die als active gekennzeichnet sind, und historische Einträge, die als not active gekennzeichnet sind.

Dieses Thema behandeln wir ausführlicher in einem eigenen Artikel INCI, CAS und EG-Nummer: wie man sich in kosmetischen Bestandteilen zurechtfindet.

Farbmittel werden als CI-Nummern angegeben

Farbmittel werden in der Bestandteilliste nicht als „rosa Farbstoff“, „blaue Farbe“ oder „rotes Pigment“ aufgeführt. Gleichzeitig wird bei ihnen auch nicht der INCI-Name im Sinne der Zusammensetzung verwendet. Bei kosmetischen Farbmitteln erfolgt die Kennzeichnung mithilfe einer CI-Nummer, also einer Colour-Index-Nummer. Gerade die CI-Nummer dient als standardisierte Bezeichnung des Farbmittels in der Liste Ingredients.

Beispiele:

Übliche Bezeichnung des Farbmittels / Pigments Bezeichnung in Ingredients
Mica CI 77019
Titandioxid CI 77891
Rotes Eisenoxid CI 77491
Mica — mineralisches Farbmittel für dekorative Kosmetik

Parfum, Aroma und Allergene

Der Duft kann in der Bestandteilliste wie folgt angegeben werden:

  • Parfum
  • Aroma

Der Hersteller kann entscheiden, ob er die Duft- oder Aromakomposition mit der allgemeinen Bezeichnung Parfum oder Aroma angibt oder ob er einige Duftbestandteile detaillierter aufführt. Wichtig ist jedoch, dass Pflichtallergene nicht unter dem Wort Parfum verborgen werden dürfen.

Enthält das Produkt regulierte Duftallergene über den festgelegten Grenzwerten, müssen diese separat in der Bestandteilliste aufgeführt werden. Dies gilt für Allergene unabhängig von ihrer Quelle, also nicht nur für Duftkompositionen, sondern auch für ätherische Öle oder pflanzliche Extrakte.

% NOI: was der Anteil natürlichen Ursprungs bedeutet

Bei Kosmetika begegnen wir immer häufiger auch der Angabe % NOI, also dem prozentualen Anteil der Bestandteile natürlichen Ursprungs. Dabei handelt es sich um eine Angabe, die dem Kunden zeigen soll, welcher Anteil des Produkts aus natürlichen oder naturnahen Rohstoffen stammt, und zwar gemäß der verwendeten Berechnungsmethodik.

NOI kann eine nützliche Informationsangabe sein, aber der Hersteller sollte sorgfältig damit umgehen. Es reicht nicht aus, einen hohen Prozentsatz des natürlichen Ursprungs auf das Etikett zu schreiben, ohne dass klar ist, nach welcher Methodik er berechnet wurde und ob diese Angabe belegbar ist.

Bei der Berechnung von % NOI ist von der genauen Rezepturzusammensetzung, der Dokumentation der einzelnen Rohstoffe und den Angaben der Lieferanten auszugehen. Bei zusammengesetzten Rohstoffen ist zu berücksichtigen, aus welchen Stoffen sie bestehen und welcher Anteil davon nach einer bestimmten Norm oder Berechnungsmethodik als natürlich oder naturnah einzustufen ist.

Es ist wichtig, zwischen einer Aussage über den natürlichen Ursprung und zertifizierter Natur- oder Biokosmetik zu unterscheiden. Ein hoher % NOI bedeutet für sich genommen nicht, dass das Produkt als BIO, organic, COSMOS Organic oder nach einer anderen zertifizierten Norm zertifiziert ist.

Praktischer Hinweis

Wenn der Hersteller auf dem Etikett oder in der Marketingkommunikation den Prozentsatz der Bestandteile natürlichen Ursprungs angibt, sollte er diese Angabe belegen können. Die Berechnung sollte konsistent, nachvollziehbar und auf der Dokumentation der verwendeten Rohstoffe basieren. Die Norm ISO 16128-2 bietet einen Rahmen zur Bestimmung des natürlichen, naturnahen, organischen und organisch abgeleiteten Gehalts kosmetischer Produkte, regelt jedoch nicht die Produktkommunikation, Etikettenaussagen oder die regulatorischen Anforderungen an Kosmetika.

Symbole und Logos auf dem Etikett: Leaping Bunny, Ecocert, COSMOS und weitere

Auf Kosmetiketiketten erscheinen häufig verschiedene Symbole, Logos und Zeichen. Einige sind lediglich grafische Symbole, andere stellen unabhängige Zertifizierungen oder geprüfte Standards dar. Für den Hersteller ist es wichtig zu wissen, dass ein Zertifizierungslogo nicht einfach nur deshalb auf das Etikett gesetzt werden darf, weil es zum Design passt oder vertrauenswürdig wirkt.

Zertifizierungszeichen für Bio- und Naturkosmetik

Wann Kosmetik als BIO gekennzeichnet werden kann

Bei Kosmetika ist es notwendig, zwischen dem allgemeinen Marketingeindruck und einer zertifizierten Kennzeichnung zu unterscheiden. Das Wort BIO oder organic sollte der Hersteller nicht frei verwenden, nur weil das Produkt ein Pflanzenöl, einen Extrakt oder natürlich wirkende Bestandteile enthält.

Damit ein Produkt das Logo einer Zertifizierungsstelle tragen darf, muss es die Vorgaben des jeweiligen Standards erfüllen und ein Zertifizierungsverfahren durchlaufen.

Bei der Zertifizierung organischer und natürlicher kosmetischer Mittel werden in der Regel zum Beispiel folgende Aspekte bewertet:

  • Herkunft und Qualität der Bestandteile.
  • Anteil der Bestandteile natürlichen Ursprungs.
  • Anteil organischer Bestandteile.
  • Zugelassene und nicht zugelassene Stoffe.
  • Herstellungsprozess.
  • Verpackung.
  • Kennzeichnung des Produkts.
  • Dokumentation und Rückverfolgbarkeit.

Praktisch bedeutet dies: Der Hersteller darf kein Zertifizierungslogo verwenden, wenn er keine gültige Zertifizierung besitzt. Ebenso sollte er nicht den Eindruck einer zertifizierten BIO-Kosmetik erwecken, wenn das Produkt nur interne oder marketingbezogene Kriterien der Marke erfüllt.

Zertifizierung ist nicht dasselbe wie ein eigenes Icon

Auf dem Etikett kann auch ein eigenes grafisches Icon stehen, zum Beispiel „vegan“, „natural“, „handmade“ oder „eco packaging“. Solche Angaben müssen jedoch wahrheitsgetreu und verständlich sein und dürfen nicht irreführen.

Art der Kennzeichnung Was sie bedeutet
Unabhängige Zertifizierung Das Produkt oder die Marke wurde gemäß den Regeln einer bestimmten Organisation geprüft.
Eigenes Marken-Icon Es handelt sich um eine Marketing- oder Informationskennzeichnung des Herstellers, die wahrheitsgetreu und belegbar sein muss.
Grafisches Symbol ohne Zertifizierung Es kann der Orientierung dienen, darf aber keinen falschen Eindruck eines Zertifikats erwecken.

Wenn das Etikett Symbole enthält, die einer Zertifizierung ähneln, sollte der Hersteller klar dokumentiert haben, was sie bedeuten und auf welcher Grundlage sie verwendet werden.

Kann ein QR-Code Pflichtangaben ersetzen?

Ein QR-Code kann eine sehr gute Ergänzung des Etiketts sein. Er kann zu erweiterten Informationen über das Produkt, zu Erläuterungen der Bestandteile, Anleitungen, Videos, Empfehlungen zum Recycling oder weiteren Informationsmaterialien führen.

Er sollte jedoch nicht als einfache Alternative zu Pflichtangaben verstanden werden.

Pflichtangaben müssen in der von der Kosmetikgesetzgebung geforderten Weise zugänglich sein. Wenn es aus praktischen Gründen nicht möglich ist, bestimmte Angaben direkt anzugeben, können sie zum Beispiel auf einem beiliegenden oder befestigten Beipackzettel, Etikett, Papierstreifen, Anhänger oder einer Karte angegeben werden.

Frage Antwort
Kann ein QR-Code das Etikett ergänzen? Ja.
Kann ein QR-Code alle Pflichtangaben ersetzen? Grundsätzlich nicht.
Kann ein QR-Code für den Kunden nützlich sein? Ja, vor allem bei erweiterten Informationen.
Müssen die grundlegenden Angaben physisch verfügbar sein? Ja, gemäß den Kennzeichnungsregeln.

Die häufigsten Fehler bei der Kennzeichnung von Kosmetik

Hersteller irren sich am häufigsten in Details, die jedoch bei einer Kontrolle oder beim Verkauf sehr wichtig sein können.

  • Verwendung deutscher oder marketingbezogener Bezeichnungen anstelle von INCI.
  • Fehlende Angabe Ingredients:
  • Falsche Reihenfolge der Bestandteile.
  • Falsche Berechnung der Zusammensetzung bei Rohstoffen, die aus mehreren INCI-Bestandteilen bestehen.
  • Aufführung des Handelsnamens eines zusammengesetzten Rohstoffs anstelle seiner einzelnen INCI-Bestandteile.
  • Nicht angegebene Allergene.
  • Verwendung des Wortes Parfum ohne Prüfung der Allergene.
  • Fehlende Chargennummer.
  • Unklare verantwortliche Person.
  • Zu kleine oder unleserliche Schrift.
  • Verwendung eines Zertifizierungslogos ohne gültige Zertifizierung.
  • Freie Verwendung der Wörter BIO, organic, natural oder eco ohne klare Grundlage.
  • Angabe von % NOI ohne klare Berechnungsmethodik oder ohne Unterlagen der Rohstofflieferanten.
  • Verwechslung eines hohen Anteils natürlichen Ursprungs mit zertifizierter BIO- oder organic-Kosmetik.
  • Pflichtangaben, die nur über einen QR-Code verfügbar sind.
  • Aussagen, die heilend oder irreführend wirken.
Herstellung von Kosmetik

Checkliste vor dem Druck des Etiketts

Rezeptur und Zusammensetzung

  • Ist die endgültige Rezeptur bereits abgeschlossen?
  • Sind alle INCI-Bezeichnungen überprüft?
  • Ist die Liste im Format Ingredients: angegeben?
  • Sind die Bestandteile entsprechend ihrem tatsächlichen Anteil im Endprodukt richtig geordnet?
  • Sind bei zusammengesetzten Rohstoffen die einzelnen INCI-Bestandteile gemäß der Dokumentation des Lieferanten aufgeschlüsselt?
  • Ist in der Liste Ingredients nicht versehentlich der Handelsname eines Rohstoffs statt seiner INCI-Zusammensetzung angegeben?
  • Sind auch die technischen Stoffe aus den Rohstoffen richtig beurteilt?

Allergene, Farbmittel und NOI

  • Sind die Pflichtallergene berechnet und angegeben?
  • Sind die Farbmittel als CI-Nummern angegeben?
  • Wenn das Produkt % NOI kommuniziert, ist diese Angabe nach einer klaren Methodik berechnet?
  • Hat der Hersteller für % NOI Unterlagen der Rohstofflieferanten zur Verfügung?
  • Ist die Angabe zum natürlichen Ursprung klar von einer zertifizierten BIO- oder organic-Kennzeichnung abgegrenzt?

Pflichtangaben auf der Verpackung

  • Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum oder PAO richtig gewählt?
  • Ist der Nenninhalt angegeben?
  • Ist die Charge angegeben?
  • Sind die verantwortliche Person und die Anschrift angegeben?
  • Sind die erforderlichen Warnhinweise angegeben?

Aussagen und Zertifizierungen

  • Sind die Aussagen auf der Verpackung wahrheitsgetreu und belegbar?
  • Werden keine Zertifizierungslogos ohne Berechtigung verwendet?

Physische Eigenschaften des Etiketts

  • Ist das Etikett auf der jeweiligen Verpackung lesbar?
  • Passen die Pflichtangaben physisch auf die Verpackung?
  • Ist nicht ein mehrschichtiges Etikett, ein Anhänger oder eine Karte erforderlich?

Fazit

Ein korrektes Etikett ist keine Formalität, die kurz vor dem Druck ergänzt werden kann. Es ist das Ergebnis der Rezeptur, der Sicherheitsbewertung, der gesetzlichen Anforderungen, der Verpackungslösung und einer verantwortungsvollen Kommunikation.

Für den Hersteller ist ein gut vorbereitetes Etikett zugleich Schutz und Visitenkarte der Professionalität. Für den Kunden ist es der Beleg dafür, dass das Produkt eine klare Herkunft, Zusammensetzung, Anwendungsweise und eine verantwortliche Person hat.

Ein gutes Etikett wirkt nicht überladen, verbirgt keine wichtigen Angaben und versucht nicht, Fakten durch hübsche Symbole zu ersetzen. Ein gutes Etikett hilft dem Produkt, glaubwürdig zu wirken, und gibt dem Kunden genau die Informationen, die er braucht.

Häufig gestellte Fragen

Was muss ein Etikett für ein kosmetisches Mittel verpflichtend enthalten?

Nach der Verordnung 1223/2009 muss das Etikett den Namen oder die Funktion des Produkts, den Namen und die Anschrift der verantwortlichen Person, den Nenninhalt, das Mindesthaltbarkeitsdatum oder das PAO-Symbol, besondere Vorsichtsmaßnahmen, die Chargennummer, die Liste der Bestandteile im Format Ingredients: sowie die ausgewiesenen Allergene über den festgelegten Grenzwerten enthalten.

Was ist der Unterschied zwischen dem Mindesthaltbarkeitsdatum und dem PAO-Symbol?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird angegeben, wenn das Produkt eine Haltbarkeit von 30 Monaten oder weniger hat. Bei längerer Haltbarkeit wird in der Regel das PAO-Symbol verwendet — der Zeitraum der Verwendbarkeit nach dem Öffnen (zum Beispiel 6M, 12M, 24M), sofern diese Angabe für den betreffenden Produkttyp relevant ist.

Wie wird die Zusammensetzung in der Liste Ingredients richtig angegeben?

Die Bestandteile werden gemäß dem System INCI angegeben und nach ihrem Anteil im Produkt zum Zeitpunkt der Zugabe zur Rezeptur geordnet. Bestandteile mit höherem Gehalt stehen zuerst. Bestandteile unter 1 % können in beliebiger Reihenfolge nach den Bestandteilen über 1 % aufgeführt werden. Bei zusammengesetzten Rohstoffen wird nicht deren Handelsname angegeben, sondern die einzelnen INCI-Bestandteile.

Darf ich ein Produkt ohne Zertifizierung mit dem Wort BIO oder organic kennzeichnen?

Nein. Das Wort BIO oder organic sollte der Hersteller nicht frei verwenden, nur weil das Produkt ein Pflanzenöl, einen Extrakt oder natürlich wirkende Bestandteile enthält. Für die Verwendung des Logos einer Zertifizierungsstelle muss das Produkt die Vorgaben des jeweiligen Standards (zum Beispiel COSMOS, Ecocert) erfüllen und ein Zertifizierungsverfahren durchlaufen.

Kann ein QR-Code die Pflichtangaben auf dem Etikett ersetzen?

Grundsätzlich nicht. Ein QR-Code ist eine geeignete Ergänzung für erweiterte Informationen, Anleitungen oder Empfehlungen zum Recycling, aber die Pflichtangaben müssen physisch verfügbar sein — auf der Verpackung, einem beiliegenden Beipackzettel, einem Papierstreifen, einem Anhänger oder einer Karte gemäß den Kennzeichnungsregeln.

Wie werden Farbmittel in der Bestandteilliste angegeben?

Farbmittel werden mithilfe der CI-Nummer (Colour Index) angegeben. Mica ist zum Beispiel CI 77019, Titandioxid CI 77891, rotes Eisenoxid CI 77491. Bei dekorativer Kosmetik mit mehreren Farbtönen kann die Kennzeichnung may contain oder +/- verwendet werden.

Was bedeutet % NOI und darf diese Angabe auf dem Etikett verwendet werden?

% NOI ist der prozentuale Anteil der Bestandteile natürlichen Ursprungs im Produkt. Die Angabe darf verwendet werden, wenn sie nach einer klaren Methodik berechnet ist (zum Beispiel nach dem Rahmen der ISO 16128-2) und der Hersteller sie mit der Dokumentation zu den Rohstoffen belegen kann. Ein hoher % NOI bedeutet jedoch nicht automatisch zertifizierte BIO- oder organic-Kosmetik.

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